Der Cuckold im Ritz-Carlton Hotel Berlin

Punkrocker trifft Cuckold im Ritz-Carlton Hotel Berlin

Neulich war der alte Kumpel R****  in der Stadt und hatte seinen Besuch in Berlin kurzfristig per eMail angekündigt. Ich dachte Super, kann man sich mal wieder über alte Punkrockzeiten, die Ramones und den Punk im Pott quatschen. Das eine oder andere Bierchen beim Austausch von Neuem aus der Punkszene Duisburgs schlürfen.

Wir haben uns kurzfristig im RAMONES Museum verpasst, aber er lud mich spontan doch noch ins Ritz-Carlton Hotel am Potsdamer Platz ein. Klar, da mußte ich hin, denn so unglaublich oft bin ich dort nicht zu Gast. Ich dachte mir ein bis zwei Bierchen in der exklusiven Lobby wären ein schönes Nachmittagsstelldichein wert.

R**** lud mich aber spontan in seine Suite ein, es gäbe noch Bier in der Minibar, was etwas preiswerter, als die 9 Euro Biere in der Lobby wäre. Da sagt man nicht nein! Ich kannte das gewisse Luxusleben des Punkrockstars schon von früher, als R***** noch in verschiedenen Punkrockband gesungen hat und ständig auf Tour war; zu der Zeit ist er ständig in den besseren Häusern abgestiegen und hat immer extrem einen auf Rockstar gemacht. Deswegen war mir eigentlich die Nobelherberge nicht ganz ungewöhnlich vorgekommen.

Als Mitte der 90s die C***** mal in Wild at Heart gespielt hatten schlug er am nächsten Tag bei mir auf und fragte ob er sich mal die Nille waschen könne, schließlich habe er die ganze Nacht mit einer leicht angedickten Punk Rock Pussy so ziemlich alles ausprobiert, was man in einer Nacht nach einem versoffenen Konzertabend sexuell so hinbekommt. Wir anderen saßen in der Küche und feixten über so viel Selbstinzenierungsdrang. Aber das war ca. 15 Jahre her. Mittlerweile hat er ja 2 fast erwachsene Kinder und ist mindestens ebensolange verheiratet.

Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass R***** schon das bekannte RAMONES Museum besucht hatte und am Abend noch ein „Termin“ auf ihn wartete. Was für ein Termin? Konzert? Punkertreffen? Kneipentour? Geliebte? Was anderes konnte es eigentlich nicht sein. So ganz gehäuer kam es mir diesmal nicht vor, warum dieses extrem teure Hotel in dem er residierte? Ich stellte ihn zur Rede. „R**** „erzähl mir keinen Scheiß, Du buchst Dir doch nicht so eine Nobelherberge, um ins RAMONES Museum zu gehen und abends im Wild at Heart einen zu saufen!“ So langsam rückte er mit der Sprache raus und gab zu, dass in 2 Stunden der Cuckold kommt. „Der Was bitte?“ fragte ich leicht irritiert. „Na, der Cuckold!“ entgegnete er gelassen. Wer oder was ist ein Cuckold? Er schrieb mir das Wort auf den edelen Schreibblock des Ritz-Carlton auf, damit ich noch mal genau zu dem Thema im Web (Wikipedia) recherchieren könne. Er berichtete, dass inszwischen nach vielen Jahren der Ehe er genau wie sein Vater seiner Mutter immer gesagt hat, das er mit den Kumpels mal rausgeht, er sich ab und zu mal eine Auszeit nimmt. Aha, eine Auszeit also. Eine Auszeit vom Ehealltag.

Ein Cuckold ist sozusagen ein gehörnter Ehemann, der seine Frau offen zum fremdgehen mit Typen wie R**** freigibt und dabei  zum Beispiel gedemütigt zukuckt. R**** hatte für das Treffen ein minutiös geplantes Drehbuch dabei, in dem genau beschrieben wurde, wie sich das Ehepaar die Situation im Hotel vorgestellt hat und R***** hat dafür zu sorgen, dass die Wünsche so genau, wie möglich umgesetzt werden. Dafür bezahlt der Cuckold ein gewisses „Taschengeld“, die Suite und natürlich die Anreise per 1. Klasse mit der Bahn. Die Cuckolds sind in der Regel gut situierte Leute aus dem gehobenen bürgerlichen Niveau. Also Ärzte, Anwälte, Architekten und Apotheker. Die gleich erwarteten Spielgefährten sollen angeblich 54 (Er) und 32 (Sie) Jahre alt sein. Es verhält sich wohl oft so, dass Cuckolds eher subdominannte, also dehr devote Typen sind, die es lieben, ihre Frauen mal von „echten“ Kerlen richtig durchbumsen zu lassen. Das gilt dann als Liebesbeweis und Erfüllung der sexuellen Neigung der Ehefrau.

Interessante Story, hab ich mir gedacht und nam noch einen Schluck Berliner Pilsener aus der Minibar.

Dabei fiel mein Blick auf die Videocam. „Was machste denn damit?“ „Filme! Was sonst, alter!“ Manche Cuckolds finden es eben geil, wenn die Szene gefilmt wird und kucken sich das Spektakel dann zu Hause noch ab und zu an. Das sind oft ganz krasse Typen. Der Cuckhold nachher will zum Beispiel, dass ich ihn erstmal auf dem Stuhl, auf dem Du gerade sitzt, festbinde und es dann seiner Frau ordentlich von Hinten besorge. Wie selbstverständlich zerteilt er sich eine 100 Mg Viagra Tablette und nimmt erklärenderweise nur ein Viertel der blauen Ständertablette mit einem kräftigen Schluck Pils zu sich. „Ich will nachher sicher sein, dass alles klappt. Da muß alles absolut fehlerfrei funktionieren, wäre doch sonst peinlich, oder! Ich nehme nur 25 Mg. zur Sicherheit“. Aha, so ist das also mit den Cuckolds, die auch als Hahnrei bekannt sind.

„Wie oft triffst Du Dich denn mit Deinen Cuckolds?“ „Ach, nicht so oft, vielleicht 12-15 Treffen im Jahr. Meistens mit verschiedenen Paaren. Einige treffe ich häufiger, als andere. Zunächst trifft man sich mal so auf ein Bierchen, um zu sehen, ob die Chemie stimmt, will ich mal sagen. Die Kontakte mache ich in den einschlägigen Foren, natürlich nur mit Fakecheck. Früher auch oft bei Poppen.de, aber das ist mir zu beliebig geworden. Die richtig guten Paare finde ich im Cuckold-Forum. Seit neuesten sind auch ein Paar Fotos von mir dort zu finden, kannst ja mal suchen, ob Du mich findest.“

„Ja, danke – ich werde mal CUCKen.“

Cuckold - Im Ritz-Carlton

Cuckold - Im Ritz-Carlton

Diese Kurzgeschichte ist zwar nicht ganz frei erfunden sondern beruht auf tatsächlich Erlebtem, trotzdem sind Ähnlichkeiten zu lebenden Persönlichkeiten aber eher Zufall.

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